Montag, 26 Jun 2006
Tja, da hat uns unsere Volvo-Elchkuh beinahe einen bösen Streich gespielt, als wir den Riedbergpass aus Richtung Balderschwang kommend auf dem Weg zur Breitach-Klamm ein zweites Mal überquerten.

Auf dem 1420 m hohen Riedbergpass, mit langen Streckenabschnitten mit 16% Gefälle, haben wir Anfangs viele Bilder aus dem Autofenster gemacht, da wir hinter einem Bus waren und dadurch dauernd auf der Bremse stehen mussten.



Das andauernde Bremsen in Verbindung mit Automatik, 2 Tonnen Volvo-Kampfgewicht und vorderen Bremsbelägen, die laut Werkstattauskunft zwar noch 3-4000 km halten sollten, waren trotz des niedrigsten Ganges auf Dauer dann wohl doch zuviel des Guten, da wir durch den Bus-Gegenverkehr mehrfach bis auf Null runterbremsen mussten.
Das traurige Ergebnis war dann schließlich, daß ich etwa 4 Kurven, bevor wir den Riedberg-Paß hinter uns lassen konnten, zu Katharina sagen musste, daß ich nicht mehr bremsen kann und das Bremspedal fast wiederstandslos durchzudrücken war ![]()

Nachdem ich Katharina schonmal mental darauf vorbereitet hatte, das Auto notfalls an die Leitplanke zu setzen und durch “Parallelschleifen” zu bremsen falls gar nichts hilft, kam 2 Kurven später eine etwa 20m lange Haltemöglichkeit, wo ich den Volvo (durch Handbremse, unterster Automatik-Gang & fleissiges Pumpen auf der kaum noch funktionierenden Bremse) etwa 20cm vor einer Leitplanke (als Abgrenzung zu einem 10m tieferen Fels-Flußbett) endlich doch noch zum Stehen bringen konnte.
Sobald wir standen kam dichter Rauch & beißender Geruch von allen vier Rädern, Katharina hat in Nullkommanix alle Wertsachen aus dem Auto befördert und schon den Feuerlöscher in der Hand gehabt.
Der Feuerlöscher war dann glücklicherweise nicht nötig, da die Rauchentwicklung nach wenigen Sekunden schwächer wurde und wir bereits die blau schimmernden & ausgeglühten Bremsscheiben erkennen konnten.

Da wir uns an der Breitach-Klamm mit Mampfi treffen wollten, wartete er bereits die letzten 2 Kurven weiter und kam schnell zu uns hochgefahren, um uns zu retten (mit ein paar kalten Tannenzäpfle im Kofferraum war der Adrenalin-Schub relativ schnell im Griff
).

Da wäre es runtergegangen, hätte unsere Volvo-Elchkuh nicht doch noch beschlossen rechtzeitig stehen zu bleiben - Glück im Unglück, auch wenn auf unserer “Fluroute” wahrscheinlich auch noch ein paar Bäume gebremst hätten ![]()



Einige erfolglose Versuche später stellte sich heraus, daß der Abschleppwagenfahrer aufgrund der Steigung den Volvo nicht rückwärts auf die Hebebühne bekam.
Nach einigen Umparkversuchen, um nicht mehr die Bergab-Fahrspur zu blockieren und die Hebebühne in eine waagerechte Ausgangslage zu bringen, hat auch noch einer der beiden Hebebühnen-Hydraulikzylinder “den Geist aufgegeben”.
Daraufhin hat der Fahrer vorgeschlagen, daß er seinen Abschleppwagen stehen lässt und unseren Volvo ins naheliegende Oberstdorf zum Opel-Händler Schad fährt (ich wollte den Paß nicht mehr freiwillig runterfahren, da ich die noch kommenden Kurven nicht abschätzen konnte) und wir ihn ahnschließend wieder bei seinem Abschleppwagen “abladen” können.
Herr Schad sagte zu, daß wir den Wagen bereits am Donnerstag vormittags wieder haben könnten (neue Bremsscheiben, Bremsbeläge & Bremsflüssigkeit), hätte bedeutet einen Tag Urlaubsverlängerung. Leider hat das durch eine falsche Bremsscheiben-Bestellung nicht hingehauen, so daß wir letztlich bis Freitag an unserem Urlaubsort bleiben mussten ![]()
Entschädigt hat eine sehr humane Reparatur-Rechnung (Danke Herr Schad
) und eine für uns optimale Abwicklung, da wir unseren Volvo am späten Donnerstag Nachmittag in Balderschwang am Hotel wieder übergeben bekamen.
Da die Schutzbriefversicherung zugesagt hat die 2 zusätzlichen Übernachtungen zu bezahlen war es alles in allem eine unfreiwillige, aber schöne Urlaubsverlängerung.
Die gesamte Volvo-Aktion dauerte etwa 3-4h, so daß wir es sogar noch zum Deutschland WM-Vorrundenspiel auf der Großbildleinwand im Hotel mit drei Mochitos (frische Bergminze von hinterm Hotel) geniessen konnten - sonst wäre Mampfi auch sehr unruhig geworden …
Sorry an dieser Stelle auch nochmals an meine betroffenen Kunden, die mich zwischen 17ten und 24ten Juni 2006 überhaupt nicht mehr erreichen konnten!
Nicht nur, daß ich auch für Familie & Freunde ab meinem Geburtstag nicht mehr erreichbar war, da ich nur das Autoladekabel für mein Handy dabei hatte und das Auto mit dem Kabel ab Dienstag in Oberstdorf in der Werkstatt stand und ich nur noch ein Handy mit leerem Akku in Balderschwang hatte - den eigentlichen Erreichbarkeits-Totalausfall für meine Kunden hatte ich noch bei der Abfahrt hier zuhause “verschuldet” ![]()
Vor etwa 6 Wochen hatte ich meinen Netzwerktechniker gebeten, doch bitte meinen DSL-Zugang (Fritzbox) und die Telefone sowie das Fax auch an die vorhandene USV anzuschliessen, damit ich bei den, immer wieder mal auftretenden, ländlichen Kurz-Stromausfällen nicht jedesmal meine Telefonate über VOIP verliere.
Gesagt, getan - Adapter gebastelt, alles an die USV angeschlossen und dann leider als erledigt verdrängt/vergessen ![]()
Bei der Abfahrt in unseren Kurzurlaub am 17ten morgens habe ich dann wie gewohnt noch den Stecker der USV gezogen und damit unwissentlich alle Kommunikationskanäle “lahmgelegt” ohne es zu bemerken, d.h. keine AB´s und kein Fax - einfach nur tote Leitungen ![]()
Anfangs war ich beinahe erfreut, als ich bei der Rückkehr am 24ten feststellte, daß mir niemand auf den AB gesprochen hatte - wirklich bemerkt hatte ich den Kommunikations-Gau erst bei einem Blick in mein Mail-Postfach, da sich dort die Rückfragen zu meiner telefonischen Nichterreichbarkeit bereits auftürmten ![]()
Sorry nochmals, derartiges ist mir seit Beginn meiner Selbständigkeit noch nicht passiert - ich kann nur feststellen, daß der Lerneffekt ausreichen müsste, damit mir das mit der USV “in diesem Leben” nicht noch einmal passiert
Weitere Artikel, welche Stichwörter dieses Artikels enthalten:
965, allgäu, bremsen, bremsscheiben, riedbergpass, urlaub, volvo

Juni 26th, 2006 at 12:03
Hallo Frank,
da habt Ihr ja gerade noch die “Kurve” gekriegt !!! Gut das nichts schlimmeres passiert ist. Das wäre mit einem neuen Volvo XC90 aber nicht passiert, der hat ja glaube ich von Werk aus neue Bremsscheiben drauf. Bin mir da aber nicht 100% sicher
Das Ganze mit dem Wellnessurlaub sieht schon sehr verlockend aus. Da spar ich mal kurz 10 Jahre und fahr dann auch mal dahin.. *hüstel hüstel.
Aber so eine kleinerAufreger gehört doch zu jedem “Kurz”Urlaub, sonst hätte man ja garnichts zu erzählen.
Schön das Ihr wieder gesund und erholt nach Hause gekommen seid, oder fehlt dir etwa dank dem Problembärchen ein Teil deines Körpers?
Gruss KAI
Juni 26th, 2006 at 12:17
[…] Back again - Wellnes pur im schönen Balderschwang im Allgäu kann ich nur wärmstens empfehlen
Da ich die kommenden Tage wahrscheinlich nicht alle Kunden erreichen werde, um meinen unfreiwillig verlängerten Wellness-Kurz-Urlaub zu erklären, habe ich die Gelegenheit genutzt und die ersten Bilder der Ereignisse im Allgäu in meinen neuen privaten Eoti-Blog gepackt. Eoti steht für “end of the internet” und bezieht sich in diesem Fall aber nicht auf ein absolutes, sondern auf mein privates Internet-Ende
Der Blog ist noch eine spontane Dauerbaustelle - also bitte nicht wundern, wenn noch nicht alles funktioniert. Es gibt aber bereits Fotos von Bergen, glücklichen Kühen, einem Jung-Problembär (Stoibers Nachwuchs-Schadbär?) und einem Volvo-Abenteuer der besonderen Art, welche unsere unfreiwillige Urlaubsverlängerung zur Folge hatte
Ich werde kommende Woche auch noch die restlichen Bilder einstellen, da das Wellvital-Hotel Bergblick in Balderschwang wirklich sehr schick und empfehlenswert ist! Diesen Artikel per Mail versenden: Artikel per Mail senden […]
Juni 26th, 2006 at 14:52
Hi Kai,
Du willst zehn Jahre sparen um 209 € (oder so) pro Person fürs Verwöhnpaket zur Seite zu bekommen?
Nicht, daß das exzessive Geldhorten mal die Euro-Bargeldreserven versiegen lässt
Ansonsten sind wir heil- und schadlos vom Berg gekommen, auch wenns der arme Bruno leider nicht überlebt hat - kam zumindest vorhin in der Glotze
Juni 27th, 2006 at 11:18
Hi Frank,
ne ne, die Euro-Bargeldreserven werden schon nicht versiegen. Ich brauch doch jeden Cent um meine Internet-Existenz / “Imperium” aufzubauen. Deshalb brauchts a bissi bis ich die 209 EUR zusammen habe
Ja das mit Bruno ist wieder typisch, dieses allmächtige Verhalten kostet uns irgenwann noch unseren Planeten. Wir müssen ja alles beherrschen und kontrollieren und wenn was nicht so will, dann wirds halt platt gemacht.
Der Bär beschwert sich ja auch nicht das wir Ihn aus seinem Lebensraum verdrängen und alles an uns reißen. Achja das Leben kann schon ungerecht sein ..
Gruss KAI
Mai 13th, 2011 at 14:34
Außergewöhnlich toller Blog! Gefällt mir wirklich wirklich außerordentlich gut!! Wo is denn der Facebook-Like-Button?